Fast jeder Zehnte ist einer Studie zufolge in einem der deutschen Fitnessstudios angemeldet. Wer dort regelmäßig trainiert und seinen Körper fit halten will, der stößt dabei auch auf diejenigen, die diesen Sport mit Leib und Seele betreiben und nach maximalem Muskelaufbau streben. Leider sind es von Zeit zu Zeit immer weniger Sportler, die auf diesem Niveau auf konventionelle Mittel wie eine gesunde Ernährung und ausgiebiges Training setzen.

Immer häufiger wird auf verbotene Substanzen zurückgegriffen, um Leistung sowie Muskelaufbau zu maximieren. Doping ist längst kein Problem mehr, das nur im Leistungssport auftritt – auch der Breitensport ist mittlerweile von dieser Problematik betroffen.

Allein im Jahr 2014 stellten die Zollfahnder in Deutschland etwa 250 Kilo illegale Dopingsubstanzen sicher – fast das Vierfache der sichergestellten Menge des Jahres 2012. Eine erschreckende Tendenz, die sich auch in der Anzahl der eingeleiteten Ermittlungsverfahren widerspiegelt. Im letzten Jahr wurden insgesamt 1929 Verfahren aufgrund von illegalen Dopingmitteln eingeleitet, ein Plus von 45 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr. Vorläufiger Höhepunkt dieser Thematik war das Geschehen rund um den Frankfurter Flughafen Mitte September. Nach monatelangen Ermittlungen hob der deutsche Zoll einen international agierenden Schmugglerring aus und stellte insgesamt vier Tonnen Dopingmittel sicher. Darunter circa 365.000 Tabletten sowie 160.000 Ampullen mit verbotenen Substanzen. Hans-Jürgen Schmidt, Sprecher des Zollfahndungsamtes, geht davon aus, dass die Dopingmittel einen Verkaufswert von mehr als zehn Millionen Euro gehabt hätten.

Die Einnahme von leistungssteigernden Substanzen wie Testosteron, Stanozol oder Dinitrophenol ist jedoch nicht verboten. Derzeit gibt es keine gesetzliche Grundlage, die die Verwendung dieser Mittel im privaten Bereich verbietet. Lediglich der Handel und die Anwendung bei Dritten werden bislang strafrechtlich verfolgt. Zusammenfassend drohen so gesehen nur den Händlern sowie Profisportlern rechtliche Konsequenzen, nicht aber den Dopingsündern im Breitensport.

Positiver Lichtblick sind die Zahlen, die die Nationale Anti-Doping Agentur NADA für das Jahr 2014 veröffentlicht hat. Zwar wurden noch immer 86 Verfahren gegen potenzielle Dopingsünder eröffnet, allerdings sind dies 11 weniger, als noch zwei Jahre zuvor. Und das, obwohl die Zahl der Trainingskontrollen jährlich zunimmt.

Zumindest die Tendenz im deutschen Leistungssport zeigt in eine gute Richtung. Ihr gegenüber steht dennoch eine stark wachsende Dopingszene im Breitensport, vorrangig im Bodybuilding. Selbst im Schach und im professionellen E-Sport sind bereits erste Fälle von Doping bekannt geworden. Hier gelten Mittel wie Ritalin aber auch harte Drogen wie Kokain als Möglichkeit, die Konzentration sowie die Aufmerksamkeit zu steigern.
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