Krafttraining und mühsames Stemmen von Gewichten ist aus der Mode gekommen. Der neue Fitnesstrend heißt Functional Training. Er trainiert sämtliche Muskeln im Körper und macht gute Laune. Teure Sportgeräte sind gar nicht nötig. Gezielte Übungen, die wir im Grunde aus dem Schulsport kennen, machen es möglich. Das Workout für den ganzen Körper kann überall durchgeführt werden und trainiert, wenn es korrekt gemacht wird, Herz und Kreislauf, stärken die Muskulatur, beugt Rückenerkrankungen und Herzinfarkt vor.
Functional Training eignet sich für jedermann. Egal, ob wir nur ein bisschen fitter werden möchten oder Leistungssportler sind, die sich auf einen Wettkampf vorbereiten, die Methode ist immer einsetzbar. Der frühere Fußball Bundestrainer Jürgen Klinsmann machte das Training in Deutschland populär. Ein probates Mittel ist die Kniebeuge, ebenso bekannt und von manchen verhasst. Wie sie heute durchgeführt wird, kann dagegen richtig Spaß machen. Man kann sich an der Wand abstützen oder ohne Hilfsmittel trainieren. Eine Variante ist der Ausfallschritt, bei dem man ebenfalls ausbalancieren muss. Diese Übungen trainieren sämtliche Muskelgruppen des Körpers und bringen uns ganz nebenbei ins Schwitzen. Fortgeschrittene können das Anforderungsniveau nach Belieben steigern. Die Kniebeugen lassen sich durch Abwandlungen mit Hanteln intensivieren.

Mit Kniebeugen zu mehr Kraft
Anders als die Trainingsmethoden aus den Anfängen der Fitnessstudios ist Functional Training viel freier. Es soll Spaß machen. Daher werden die Trainingsangebote auch gerne von Frauen in Anspruch genommen, die eine Abneigung gegenüber diszipliniertem Hanteltraining haben. Das neue Workout ist auch eine Frage des Lifestyles, denn noch nie waren Fitness und Gesundheit so populär wie im 21. Jahrhundert. Die Sportler verfolgen nicht das Ziel, Waschbrettbauch und Muskelpakete zu bekommen, sie möchten zuerst gesund sein und eine sportliche Figur haben.
Eine Trainingsform ist das Workout mit dem eigenen Körpergewicht. Im Grunde wurde dies schon vor 100 Jahren praktiziert, jetzt aber unter neuen Vorzeichen und mit mehr Spaß. Man trainiert in einer Gruppe, möglichst mit Musik und unter Anleitung eines geschulten Trainers. Das eigene Körpergewicht ersetzt dabei die Trainingsbank im Fitnessstudio. Auch hier werden Kleingeräte eingesetzt, die in großer Vielfalt am Markt zu finden sind. Modernes Design und flotte Farben steigern die Lust am ganzheitlichen Sport.
Leichte Hanteln, Gymnastikbälle, Stretchbänder und vibrierende Stäbe sind beliebt. Der Kettlebell Swing sorgt für einen knackigen Hintern und bringt die Oberschenkel in Form. Das Training kann überall stattfinden. Ob auf der Wiese oder im Gymnastikraum, es geht nicht um die Erfüllung einer vorgegebenen Leistung. Jeder trainiert nach eigenem Vermögen und nur so intensiv, dass er keine Schmerzen verspürt.

Das Level lässt sich jederzeit steigern
Functional Training ist eine altbekannte Methode in neuen Gewändern und wird jetzt wieder verstärkt in Fitnessstudios angeboten. Schon in den 1960er, 70er und 80er Jahren war Freihanteltraining extrem angesagt. Das wurde von Individualtraining abgelöst, bei dem man immer mehr Muskelgruppen trainierte. Diese Trainingsform hat sich durchgesetzt. Die variantenreichen Übungen machen so viel Vergnügen, dass Functional Training längst ein beliebter Freizeitsport geworden ist. Zwar hat es seine Wurzeln im Hochleistungssport, ist aber an die Bedürfnisse des „Ottonormalverbrauchers“ angepasst. Muskeln werden nicht isoliert, sondern immer in Gruppen trainiert. Das erfordert komplexe Bewegungsabläufe. Functional Training steigert die Leistungsfähigkeit und reduziert die Verletzungsgefahr. Trainierende werden im Alltag viel belastbarer.

Dicke Muskelpakete sind out
Michael Branke, pädagogischer Leiter der Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung (DFLV), glaubt sogar, dass sich Functional Training noch stärker durchsetzen wird. Das Training wird von Personal Trainern genauso angeboten wie vom Fitnessstudio. Es gibt sogar Studios, die gänzlich auf Gewichtmaschinen verzichten. Ob Ausfallschritt oder Balancieren auf einem Bein, man kann in jedem Alter trainieren. Dennoch hat auch das Gerätetraining seine Berechtigung. Es ist zum Beispiel nach einer Operation sehr wirksam, um die Gelenke wieder zu stabilisieren. Dafür muss zunächst Muskulatur aufgebaut werden. Auch dann ist es wichtig, zu natürlichen Bewegungsabläufen im Alltag zurückzukehren, beispielsweise bald wieder zu stehen. Mit einer guten Anleitung kann Functional Training individuell skaliert werden. Richtig dosiert stabilisiert es und schützt uns vor Stürzen und Verletzungen. Bald fällt auch das Treppensteigen deutlich leichter.
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