Rote Bete als NO-Booster

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Rote Bete als NO Booster

Der Verzehr Roter Bete ist manchen Menschen unsympathisch, da ihnen die roten Gemüse Knollen nicht schmecken. Andere Menschen haben Bedenken, sich mit dem nur schwer auswaschbaren Rote Bete Saft ihre Bekleidung zu verschmutzen. Was jedoch die wenigsten Menschen wissen, ist, dass das Gemüse nicht nur ausgesprochen gesund ist, sondern auch noch die sportliche Leistung steigert.

Denn Rote Bete regt wie die allseits beliebten, im Sommer sehr erfrischenden Wassermelonen die Produktion von Stickoxid (NO) im Körper an. Ihre positive Wirkung ist vor allem Leistungssportlern hinreichend bekannt. Daher bezeichnet man das gesundheitsfördernde Obst bzw. Gemüse auch als NO Booster.

Wie wirkt Rote Bete auf den menschlichen Körper

Die roten Knollen bewirken eine Steigerung der Stickoxid Herstellung, die für Herz und Blutgefäße gut ist. Der höhere NO Gehalt im Blut entspannt die glatte Muskulatur der Blutgefäße, sodass sie sich erweitern. Infolgedessen sinkt der Blutdruck. Außerdem bleiben die Gefäßwände dadurch länger elastisch, und zwar bis ins hohe Alter. Insofern helfen die Gemüse-Knollen auch älteren Menschen, länger vor Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems geschützt zu sein.

Von der Erweiterung der Blutgefäße profitiert auch das Muskelgewebe: Es wird besser durchblutet. Vor allem dieser Effekt ist es, der von Leistungssportlern geschätzt wird.

Bei Menschen beiderlei Geschlechts fördert die Rote Bete noch zusätzlich die sexuelle Lust und Empfindungsfähigkeit. Die Entspannung der Blutgefäße verbessert die Durchblutung der Sexualorgane. Bei Personen männlichen Geschlechts bewirkt die gesteigerte NO Herstellung eine stärkere Erektion. Das ist übrigens auch bei älteren Männern der Fall. Bei Frauen wird die Klitoris besser durchblutet. Sie haben daher mehr Lust auf Sex und empfinden auch mehr Spaß dabei.

Rote Bete und Training

Beim Workout entstehen in den Muskeln Stoffwechsel Abbauprodukte, die dafür sorgen, dass sich die Muskelzellen vermehrt mit Wasser füllen. Werden die Muskeln nun durch die gesteigerte Stickoxid Herstellung im Körper noch stärker durchblutet, wird dieser Effekt natürlich noch verstärkt. Dadurch kommt es zu einem größeren Pump – was vor allem Bodybuilder zu schätzen wissen.

Der erhöhte Pump wiederum fördert im Laufe der folgenden Trainingseinheiten den Aufbau von Muskelmasse. Die Wände der Muskelzellen dehnen sich, was eine biochemische Reaktion bewirkt: Der Körper bildet vermehrt Proteine, die dann wiederum das Muskelwachstum steigern.

Herkömmliche NO Booster im Sportbereich

Sportler nutzen meist andere NO Booster. Sie nehmen L-Arginin als Nahrungsergänzungsmittel zu sich. Die essentielle Aminosäure wird vom menschlichen Körper dann zu Stickoxid verstoffwechselt. Beschleunigt wird die biochemische Reaktion, die Verstoffwechselung der Eiweiß herstellenden Aminosäure L-Arginin zur nicht proteinogenen Aminosäure Citrullin und zu Stickoxid, durch das Enzym Stickstoff-Monoxid-Synthase (NO-Synthase oder NOS). Es ist im Körper nur fünf Sekunden lang aktiv, sodass es von ihm laufend neu gebildet werden muss.

Als Nahrungsergänzungsmittel eingenommenes Citrullin wird vom Stoffwechsel in Arginin umgewandelt. Pycnogenol regt den Katalysator bei seiner Stickoxid Synthese noch zusätzlich an. Dieses Mittel ist ein Naturpräparat, ein Extrakt, der aus der Rinde der französischen Seekiefer (Pinus pinaster atlantica) gewonnen wird. Er erwies sich insbesondere bei der Behandlung von Allergien, Diabetes, Arthrose und der erektilen Dysfunktion als wirksam.

Ausdauersportler und Bodybuilder nutzen oft diese wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Zufuhr von Arginin 30 bis 60 Minuten vor dem Bizepstraining die Durchblutung dieser Muskelgruppe um bis zu 100 Prozent steigern kann. Außerdem wurde nachgewiesen, dass die Einnahme von Citrullin zu einer noch höheren Stickoxid und Arginin Konzentration im Blut führt als dieselbe Dosis reinen Arginins.

Rote Bete und NO Produktion

Natürlicher geht es jedoch mit dem Verzehr Roter Bete (oder dem Trinken von Rote Bete-Saft). Die schmackhaften Knollen haben wie viele Pflanzen einen hohen Nitratgehalt. Nach dem Konsum des Gemüses bauen bestimmte im Mund befindliche Bakterien die Nitrate zu Nitrit ab. Dieses wiederum wird im Blut um ein weiteres Sauerstoff-Molekül zu Stickoxid reduziert.

Verschiedene aktuelle wissenschaftliche Studien ergaben, dass über die tägliche Ernährung zugeführte Nitrate – vor allem aber Rote Bete Saft und Rote Bete Extrakt – die sportliche Leistung beim Training erhöhen. Die Versuchspersonen hatten mehr Kraft und Ausdauer. Der übliche Ermüdungseffekt trat bei ihnen erst verzögert ein. Sie waren imstande, ihre Krafttrainings-Übungen häufiger zu wiederholen, was wiederum einen gesteigerten Muskelaufbau bewirkte.

Sportler, die Rote Bete als Supplement zu sich nehmen möchten, trinken am besten 300 bis 400 ml Rote Bete Saft täglich oder nehmen 500 mg Rote Bete Extrakt pro Tag ein. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Rote Bete Extrakt zusätzlich zu anderen NO Boostern zu konsumieren. Günstigste Einnahme-Zeit sind dafür die 30 bis 60 Minuten vor dem Workout (diejenigen, die damit ihre Lust steigern möchten, nehmen ihn 30 bis 60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr zu sich).

Wer die positiven Effekte der Knolle nutzen möchte, sollte jedoch vor der Zufuhr darauf verzichten, sich seinen Mund mit antibakteriellen Mundspülungen zu reinigen: Sie töten die Bakterien ab, die die Nitrate zu Nitrit verstoffwechseln. Auch das konnte in einer neueren klinischen Studie bewiesen werden.

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