Die Früchte der Sägepalme besitzen einen gesundheitlichen Mehrwert, z. B. wenn altersbedingte Probleme mit der Prostata auftreten. Diese Pflanze ist vor allem an der Küste Floridas zu Hause und fällt durch die großen, fächerförmigen Blätter auf. Die beerengroßen, dunkelroten Früchte werden im Herbst gebildet und besitzen Samen mit einem hohen Fettgehalt. Diese schmecken sehr bitter, waren aber für die Ureinwohner Floridas (die Seminolen), ein wichtiges Nahrungsmittel. Bald entdeckten sie die medizinische Wirkung der Frucht und nutzten sie auch als Heilmittel. Auch aus der restlichen Pflanze zogen die Ureinwohner ihren nutzen. So fertigten sie z. B. aus den Zweigen verschiedene Flechtwaren. Im 20. Jahrhundert wurde die Heilkraft der Sägepalme auch in Europa bekannt.

Aussehen und Vorkommen der Sägepalme

Andere Bezeichnungen für die Sägepalme sind Serenoa repens oder Sabal serrulata. Sie zählt zu der Gruppe der Palmengewächsen (Arecaceae). Da sie mildes Klima und Sandböden bevorzugt, findet man sie vor allem im Südosten der Vereinigten Staaten. Es handelt sich um eine bis zu vier Meter hohe Zwergpalme. Der Wuchs ähnelt dem eines Busches und das Aussehen der Pflanze wird durch die fächerförmigen Blätter geprägt. Diese bestehen aus bis zu 24 verschiedenen Einzelblättern und besitzen einen scharfkantigen Rand. Der Blütenstand wächst dich und besteht aus kolbenartigen, stark behaarten Blüten. Bei den Früchten der Zwergpalme handelt es sich um einsamige Beeren, welche in Größe und Form den Olivenfrüchten ähneln. Sie zeichnen sich ebenfalls durch eine dunkelrote Färbung aus, welche bei der Trocknung in schwarz übergeht.

Welche Pflanzenteile mit ihren Inhaltsstoffen finden Verwendung?

In der Naturmedizin kommen ausschließlich die Früchte zum Einsatz. Nutzen wird aus dem hohen Gehalt an pflanzlichen Hormonen (Sterole) gezogen. Besonders das beta-Sitosterol besitzt einen gesundheitlichen Mehrwert. Aber auch weitere Inhaltsstoffe wie z. B. pflanzliches Öl, langkettige Zuckermoleküle und Flavonoide, finden Verwendung.

Wie wirken die Inhaltsstoffe? Wo können sie helfen?

Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist bewiesen, dass Phytosterole eine hormonähnliche Wirkung besitzen. Das beta-Sitosterol greift z. B. in den männlichen Hormonhaushalt ein und vermindert die Bildung von Dihydrotestosteron. Hier handelt es sich um ein körpereigenes Hormon (bestehend aus Testosteron). Dieses steht im Zusammenhang mit einer Prostata-Vergrößerung (gutartig).

In der Behandlung kommen verschiedene pflanzliche Mittel zum Einsatz, welche neben den reinen Sägepalmenfrüchten auch mit anderen Substanzen (z. B. Kürbis, Brennnessel) kombiniert werden. Diese Substanzen helfen bei Prostata-Leiden und anderen Beschwerden. Eine Linderung der Beschwerden (z. B. beim Wasserlassen), hängt von der jeweiligen Kombination aber auch von der Dosierung ab. Eine weitere wichtige Rolle spielt die jeweilige Gewinnung der Inhaltsstoffe.

Noch ist nicht geklärt, ob die Früchte der Sägepalme tatsächlich eine positive Wirkung auf das Männer-Leiden besitzen. Über die Sinnhaftigkeit einer Behandlung sollte mit einem Urologen Rücksprache gehalten werden.

Wichtig: Wer vor allem nachts unter häufigem Harndrang leidet, bzw. die Blase nicht vollständig entleert wird, sollte die bestehenden Symptome bei einem Arzt abklären lassen.

Weitere wichtige Hinweise

Bei einer Behandlung mit den Früchten kam es rückblickend nur selten zu Nebenwirkungen. Zu den bekannten Nebenwirkungen zählen z. B. Magenbeschwerden.

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