Die Regenerationszeit unserer Muskeln beträgt mindestens 48 Stunden?

Diese Aussage habe ich schon so oft gehört, dass sie mir geradezu über ist. Sie hat zur Folge, dass viele Menschen weit unter ihrer Leistungsgrenze trainieren, aus Angst vor einem Übertraining. Sogar Sportexperten, Wissenschaftler und Trainer glauben an diese These. Eins ist sicher, diese Behauptung ist unsinnig und liegt abseits jeglicher Realität.

Sehen wir die Sache einmal logisch, werden 10 Sätze mit 10 Wiederholungen von Kniebeugen mit höchster Intensität, gefolgt von Rudern, Bankdrücken und Kreuzheben absolviert, von welcher Dauer soll dann die Erholungsphase sein? Wie lange benötigt unser Körper Ruhe nach dem Tragen eines Bierkastens, was etwa zwei Minuten dauert? Die Antwort liegt klar auf der Hand: das Intensivtraining benötigt eine wesentlich längere Regenerationsphase. Die Erholung ist also abhängig von der Stärke der Belastung, das ist schon einmal klar. Woher aber kommt die Aussage, dass Muskeln mindestens zwei Tage Pause benötigen?

Steigende Regenerationszeit?
Ein weiterer Irrglaube ist die Meinung, dass die Phasen der Regeneration mit steigender Trainingserfahrung länger werden. Nicht wenige Menschen trainieren ihre einzelnen Muskeln nur ein Mal pro Woche. Das ist abhängig von der Intensitäts- und Volumenerhöhung. Wird das zentrale Nervensystem stärker belastet, verlängern sich auch die Erholungszeiten. Für viele ist diese Vorgehensweise die einzig richtige, allerdings zu Unrecht und absolut überholt. In dieser Sache ist es genauso wie bei allen anderen Dingen, was auf die Dauer nicht funktioniert, sollte Platz machen für nachhaltigere Methoden. Moderne Systeme in diesem Bereich benötigen alle zwei bis drei Monate eine einwöchige Pause, damit sich das Zentralnervensystem erholt. Da gehen bei mir alle Alarmglocken an, das kann doch nicht gesund sein. Natürlich können wir das eine Zeit lang durchziehen, solange wir jung sind. Zwar können immer wieder Verletzungen entstehen, doch es geht in der Regel vorwärts. Allerdings kommen die wenigsten Menschen damit bis ins höhere Alter. Zudem bringen derartige Methoden nicht viel Erfolg. Um auf die Dauer Fortschritte zu erzielen, sind ausgezeichnete Gene erforderlich.

Die Ursache dafür liegt zum Teil auch in der starren Vorgehensweise. In unserem nicht linearen leben machen lineare Periodisierungen kaum Sinn, trotz dem sie von vielen in den höchsten Tönen gelobt werden. Natürlich wollen sich nur wenige vom funktionierenden System abwenden, da alles einwandfrei funktioniert. Für den Rest der Menschheit wird es Zeit für etwas Neues.

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