Oft diskutiert man in Onlineforen über Ibutamoren aufgrund seiner muskelaufbauenden Wirkung. Dieses Präparat gibt es ohne Rezept. Personen wenden es an, um ihren Wachstumhormonspiegel zu steigern.

Jedoch sind mit dieser Verbindung die klinischen Forschungsarbeiten ziemlich gering. Nachfolgend werden wir uns näher damit beschäftigen, was man bis jetzt über Ibutamoren weiß.

Ibutamoren, das auch Ibutamorenmesylat oder MK-677 genannt wird, unterstützt die Sekretion vom Wachstumhormon (GH). Zudem steigert es den insulinähnlichen Wachstumsfaktor eins (IGF-1)

Durch Ibutamoren MK-677 wird der Wachstumshormonspiegel erhöht, indem es den Effekt von Ghrelin, einem Hormon, nachahmt und sich im Gehirn an einer dieser Ghrelin-Rezeptoren (GHSR) bindet. Das aktivierte GHSR stimuliert aus dem Gehirn das Freisetzen der Wachstumshormone.

GHSR findet man in Gehirnbereichen, welche Lust, Appetit, biologische Rhythmen, Stimmung, Kognition und Gedächtnis kontrollieren. Aus diesem Grund kann erwartet werden, dass Ibutamoren ebenso auf diese Funktionen Einfluss nimmt. Allerdings beschreiben die klinischen Forschungsarbeiten lediglich die Auswirkungen des Präparats auf den Appetit. Und Ibutamoren steigert, wie man erwartet hat, wie Ghrelin, das Verlangen nach Essen.

Großartig bei Ibutamoren ist, dass es mit keinem oder wenig Anstieg von anderen Hormonen, wie beispielsweise Cortisol den Wachstumshormonspiegel steigert. Durch Cortisol wird die Wundheilung verringert, das Gedächtnis und das Lernen beeinträchtigt sowie die Immunabwehr unterdrückt. In der Regel ist die Erhöhung dieses Hormons nicht gut.

Mögliche Einsatzbereiche von Ibutamoren MK-677

1. Muskelaufbau

In den meisten Fällen verwendet man Ibutamoren als Anabolika, damit die fettfreie Körpermasse erhöht, also größere Muskeln aufgebaut werden. Die Einnahme kann einmal am Tag erfolgen. Es ist oral aktiv. Das alles gilt als vorteilhaft im Gegensatz zu weiteren Wachstumshormon-Stimulatoren.

Wie schon beschrieben, steigert Ibutamoren MK-677  den IGF-1 und Wachstumshormonspiegel. Nicht nur der IGF-1, sondern auch das Wachstumshormon erhöhen abermals die Muskelkraft, die Muskelmasse und verringern das Körperfett.

Eine zweimonatige Behandlung (randomisierte doppelblinde kontrollierte Forschungsarbeit) führte man bei 24 adipösen Männern durch, welche den BMR (Grundumsatz) und die magere Masse temporär steigerte.

2. Muskelschwund

Bei acht lebensmittelentziehenden gesunden Studienteilnehmern hat in einer doppelblinden randomisierten kontrollierten Forschungsarbeit Ibutamoren diesen diätetisch bedingten Eiweißverlust rückgängig gemacht, welcher Muskelschwund auslösen kann.

In einer randomisierten kontrollierten wissenschaftlichen Untersuchung hat Ibutamoren bei 123 älteren Personen die Muskelkraft und die Gangart verbessert sowie die Zahl der Stürze verringert.

3. Knochendichte

Durch das Wachstumshormon (GH) wird der Knochenumsatz und damit die Knochendichte gesteigert. Wegen des erhöhten Umsatzes bei Personen, welche sich mit dem Wachstumshormon behandeln lassen, ist es möglich, dass die Knochendichte allerdings als Erstes abnimmt, ehe sie steigt. Prinzipiell dauert es etwa maximal ein Jahr, bis es zur Steigerung der Knochendichte kommt.

24 gesunde adipöse Männer nahmen bei einer doppelblinden randomisierten kontrollierten wissenschaftlichen Untersuchung teil, bei der Ibutamoren den Knochenumsatz erhöhte.

Ibutamoren steigerte bei 187 Senioren im Alter von mindestens 65 Jahren in drei doppelblinden randomisierten kontrollieren Forschungsarbeiten den Knochenaufbau. Das wurde am Osteocalcin gemessen. Hier handelt es sich um einen Marker, der den Knochenumsatz bestimmt.

Während einer doppelblinden randomisierten kontrollieren wissenschaftlichen Untersuchung mit 292 Frauen, die in der Menopause waren, steigerte man durch Ibutamoren die Knochenmineraldichte, was dazu führte, dass die Knochenstärke erhöht und der Knochenschwund verhindert wurde.

4. Schlaf

Durch eine doppelblinde randomisierte kontrollierte Forschungsarbeit belegte man, dass Ibutamoren nicht nur bei älteren, sondern auch bei jüngeren Studienteilnehmern die REM-Schlafdauer und die Schlafqualität optimierte.

Es gibt neben Studien zahlreiche Berichte über individuelle Verbesserungen des Schlafs in unterschiedlichen Onlineforen.

5. Langlebigkeit

Die Muskelmasse und die Sekretion des Wachstumshormons (GH) nehmen während der Lebenszeit ab der Mitte der Pubertätszeit ab.

Während einer doppelblinden randomisierten kontrollierten wissenschaftlichen Untersuchung mit 65 älteren Frauen und Männern steigerte das tägliche Ibutamoren die IGF-1- und die GH-Werte auf solche von jungen gesunden Erwachsenen ohne schwere Nebenwirkungen. Man weiß, dass IGF-1 sich auf die Langlebigkeit positiv auswirkt.

Bei einer weiteren doppelblinden randomisierten kontrollierten Forschungsarbeit wurde durch Ibutamoren das Wachstumshormon verjüngt.

6. Nootropische Wirkungen

Manche Menschen setzen Ibutamoren als Nootropic ein, da es eine Wirkung auf den Ghrelin-Rezeptor hat. Dieser Rezeptor verfügt über nootropische Effekte. Mehr kann man über diese Wirkungen im Artikel auf Ghrelin erfahren. Allerdings hat die Forschung noch keineswegs untersucht, ob und wie die kognitive Leistungsfähigkeit von Ibutamoren beeinflusst wird.

Es gibt zwei indirekte Mechanismen, mit welche Ibutamoren die Funktion des Gehirns verbessern kann: Durch Ibutamoren wird der IGF-1 erhöht, welches bekanntermaßen das Lernen und das Gedächtnis verbessert. Außerdem steigert das Präparat ebenso die Schlafqualität und die REM-Schlafdauer. Man ist sich bewusst, dass für eine hervorragende kognitive Funktion Schlaf unverzichtbar ist.

Eine doppelblinde multizentrische kontrollierte randomisierte wissenschaftliche Untersuchung zog den Zusammenhang von der Alzheimer-Erkrankung und dem niedrigem IGF-1 in Zweifel und ob Ibutamoren helfen kann. Das Präparat war in der Forschungsarbeit allerdings ineffektiv, um beim Menschen den Fortschritt der Alzheimer-Krankheit zu verlangsamen.

7. Wachstumshormondefizit

Bei Heranwachsenden mit Wachstumshormonmangel kann Ibutamoren den IGF-1, IGFBP-3 und das Wachstumshormon steigern. Überdies werden diese Wirkungen ohne das Verändern der Konzentrationen von Glukose, Prolaktin, Thyroxin, Triiodthyronin, Insulin, Cortisol oder Thyrotropin erreicht.

Ibutamoren erhöhte bei sehr GH-defizienten Männern das Wachstumshormon und den IGF-1, ohne dass signifikante Veränderungen im Schilddrüsenhormon-, PRL- und Cortisolspiegel auftraten. Jedoch wurde bei der doppelblinden randomisierten kontrollierten wissenschaftlichen Untersuchung Glukose und Insulin erhöht.

8. Geweberegeneration und Wundheilung

Durch das Wachstumshormon wurde die Wundheilung und die Geweberegeneration gesteigert, sodass bei diesen gesundheitsfördernden Wirkungen Ibutamoren hilfreich sein kann.

Einzelberichte über Ibutamoren sind vorhanden, welche weiterhelfen. Jedoch fehlen wissenschaftliche Studien.

9. Kater

Das ist anekdotisch. Jedoch berichten Personen, dass sie mit Ibutamoren Kater behandeln.

Nebenwirkungen

Bei Ibutamoren treten als Nebenwirkungen am meisten temporäre, leichte Ödeme bei den unteren Extremitäten, eine Appetitanregung und Muskelschmerzen auf.

Einige Forschungsarbeiten berichten davon, dass der Nüchternblutzuckerspiegel anstieg und die Insulinempfindlichkeit zurückging.

Diese negativen Begleiterscheinungen sind vergleichbar, wie bei Personen mit einem erhöhten Wachstumsspiegel, primär Insulinresistenz und Gelenkschmerzen.

Obgleich viele Forschungsarbeiten keine oder nur wenige Nebenwirkungen zeigen, wurde eine wissenschaftliche Untersuchung aufgrund von schweren Nebenwirkungen abgebrochen. Bei Senioren mit Hüftfrakturen steigerte Ibutamoren HbA1c, Blutzucker und Blutdruck. Es traten Fälle von kongestiver Herzinsuffizienz auf. Personen, die unter diesen Beschwerden litten, waren mehr als 80 Jahre alt. Sie wiesen eine Vorgeschichte mit einer früheren Herzinsuffizienz auf.

Es empfiehlt sich, die Aufnahme der Kohlenhydrate zu beobachten sowie in regelmäßigen Abständen Insulin- und Blutzuckerspiegel bei der Zufuhr von Ibutamoren zu kontrollieren.

Wer Krebs hat, sollte als anaboler Ibutamoren vermeiden. Denn IGF-1 und das Wachstumshorm können das Krebswachstum begünstigen.

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