Die Ernährung unserer germanischen und römischen Vorfahren

Die Ernährung der Menschen ist auch immer wieder einem Wandel unterworfen und hat sich in den vergangenen Jahrhunderten geändert. Daher ist es interessant, einmal darauf zurück zu blicken, wie die Menschen früherer Generationen sich zu ernähren pflegten.
Einen kleinen Einblick in die Essgewohnheiten unserer germanischen Vorfahren erhalten die Menschen von Heute unter anderem durch den bekannten römischen Geschichtschreiber Tacitus und seine Aufzeichnungen. Er berichtet: „Sie trinken einen Saft aus gegorener Gerste oder Weizen und diejenigen, die am Rhein oder der Donau wohnen trinken sogar richtigen Wein. Die Ernährung ist sehr einfach und besteht aus Obst, frischem Wildfleisch und Milch. Die Speisen werden nicht speziell zubereitet oder gar gewürzt, sind nur dazu gedacht, den Hunger zu bekämpfen.“ Im weiter entfernten Rom sah im selben Zeitraum das Essen schon ein wenig reichhaltiger aus. Es gab dort unter anderem Speisen wie: Salat, Weinbergschnecken, Eier, Honigwein, Mangold, Gurken, Zwiebeln, Oliven und vieles mehr zu essen.

Die ärmeren Römer ernährten sich zur damaligen Zeit vorwiegend von dem sogenannten „Puls-Brei“ und statt Getreide wurden auch Kastanien und Eicheln verzehrt. Honig, Eier und Quark dienten damals ebenfalls der Ernährung. Brot war im alten Rom um 200 v.Chr. noch weitgehend unbekannt und war sogar bei den Menschen verpönt. Später kam im Süden Europas Brot aus Gerste, Hafer, und Roggen, Buchweizen usw. in Mode. Die Römer dieser Epoche jedoch blickten noch immer hochmütig auf die von ihnen verspotteten germanischen „Gerstenesser“ herab. Die Gerste galt als minderwertig und diente im alten Rom nur zur Ernährung von Gladiatoren und zum Muskelaufbau. Die Reichen aßen Brot aus Weizen und damit die Farbe noch ein wenig heller wurde, mischte man sogar ein wenig Gips mit hinein. In Germanien hingegen, trank man nicht nur Bier ohne Hopfen, sondern unter anderem auch sehr viel saure Milch. Rund 2-3 Liter täglich betrug der Verbrauch pro Person damals im Durchschnitt. Archäologische Funde aus der Zeit lassen unter anderem auch die Theorie zu, dass die Ernährung der Menschen damals sehr reich an Mineralien gewesen sein muss. Dies geht beispielsweise aus Gebissfunden dieser Zeit hervor. Die alten Griechen und Römer kannte außerdem bereits „Imbissbuden“. Dies waren kleine Stände wo die Menschen sich mit Gebäck, Käse, Speck usw. stärken konnten.

Die Konz-Theorie

Der Gesundheitsexperte Franz Konz vertritt die These, dass der Mensch von Heute sich nicht mehr artgerecht ernährt, dass die Ernährung mit Fleisch von erlegten Tieren nicht gesund sei und dass die sogenannte „Urnahrung“ aus Pflanzen, Blättern, Beeren usw. viel gesünder sei. Er hält das Erlegen von Tieren außerdem für einen Akt „gegen die Schöpfung“.
Der von Franz Konz gegründete „Bund für Gesundheit“ mit ca. 10.000 Mitgliedern, lebt weitgehend nach diesen Thesen und Prinzipien. Viele andere Menschen fühlen sich jedoch durch Franz Konz und seine Thesen ein wenig provoziert und empfinden diese als sehr unrealistisch und weitgehend weltfremd. Franz Konz hatte nach einer durchgemachten Krebserkrankung vor ca. 40 Jahren seine Ernährung umgestellt und setzt sich nun für den schrittweisen Übergang zur sogenannten „Urnahrung“ ein. Auf die Frage ob denn auch Fett in ausreichendem Maß in seiner Ernährung enthalten sei antwortet Konz schlicht, dass die Menschheit durch die Urnahrung lange Jahre überlebt habe. Er hat selbst hat daheim einen mehrere 1000 Quadratmeter großen Garten, in welchem er seine eigenen Nahrungsmittel anbaut. Dass nicht alle Menschen einen solchen Garten ihr eigen nennen können, ist ihm natürlich sehr bewusst. Ob die Menschen, die sich auf diese ursprüngliche Art ernähren auf Dauer fitter und gesünder sind, ist bisher nicht eindeutig wissenschaftlich belegt oder untersucht worden.

Das Urgetreide wird wieder neu entdeckt

Zwei Arten von „Urgetreide“ sind wieder in aller Munde. Dies ist vor allem dem ökologischen Landbau zu verdanken. Hierbei handelt es sich um die beiden Getreidearten Einkorn und Kamut. Das Einkorn-Getreide stammt aus der Region rund um Euphrat und Tigris und wurde schon mehrere tausend Jahre v.Chr. angebaut. An jeder Ähre sitzt nur ein Korn und so entstand der Name. Nachdem Einkorn aus dem deutschen Landschaftsbild nach dem 2. Weltkrieg so gut wie verschwunden war, gibt es seit einiger Zeit im Süden Deutschlands wieder einige Versuche das Getreide neu anzusiedeln. Dieses Getreide ist nicht nur besonders robust gegenüber Schädlingen und Witterungseinflüssen und hat eine leicht gelbliche Färbung, sondern auch einen enorm hohen Gehalt an Carotin, der Vorstufe des Vitamin A. Mineralien und Eiweiße sind ebenfalls wichtige Bestandteile dieses Korns. Viele Bio-Bauern in Deutschland interessieren sich daher wegen dieser Eigenschaften ganz besonders für den Anbau dieses Korns als Alternative zu den GetreidesortenErn Gerste, Weizen oder Roggen.

Die Öko-Brauerei Riendburger in Niederbayern hat das Einkorn für sich zum Bierbrauen entdeckt und brachte 1998 ein Einkornmalz-Bier in den Handel. Zur Herstellung von Backwaren ist Einkorn nicht so gut verwendbar, da nur sehr wenig Gluten darin enthalten ist. Es empfiehlt sich daher, noch weitere Getreidearten zuzufügen. Auch in Norddeutschland wird das Einkorn wieder entdeckt und neben Produkten wie Körnern und Mehl soll es auch bald weitere Nahrungsmittel wie Kuchen und Plätzchen im Handel zu kaufen geben.

Der Kamut ist dem Hartweizen in seiner Struktur sehr ähnlich und stammt aus der Region um Ägypten. Kamut schmeckt ein wenig nach Butter und hat einen höheren Eiweißgehalt als der bekannte Weizen. Er enthält außerdem viele wichtige Mineralien und Vitamine. Leichter verdaulich ist dieses Getreide auch.

Der Kamut in deutschem Handel wird sehr häufig aus den USA importiert und eignet sich beispielsweise zur Herstellung von Produkten wie Müsli, Waffeln oder Brot. Und auch Pasta lässt sich genauso gut aus Kamut herstellen und steht der Pasta aus Hartweizen in nichts nach. Sogenannter Grüner Kamut, ein Kamut-Extrakt wird als Gesundheits-Elixier gepriesen.
Wie die Verträglichkeit dieser Getreidesorten bei Allergikern und an Gluten-Unverträglichkeiten Leidenden ist, wurde bisher noch nicht eindeutig geklärt. Kamut soll jedoch besser verträglich sein als Einkorn. Eindeutige Untersuchungen mit Zöliakie Erkrankten gibt es bis dato jedoch noch nicht.

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